Kritik an "Frankfurter Honorarliste"

(PIAG)Gewerkschaften und BDZV kritisieren die "Frankfurter Honorarliste", eine Studie, die Orientierung für die Vergütung von freien Journalisten in Ostdeutschland geben sollte Die darin enthaltenen Interpretationen ecken mit den von Gewerkschaften und BDZV vereinbarten "Gemeinsamen Vergütungsregeln" an.

Die "Frankfurter Honorarliste 2011" ist eine erstmalige Studie, die eine Übersicht über die in den neuen Bundesländern an freie Journalisten gezahlten Honorare bei Tageszeitungen geben soll.

Laut "Frankfurter Honorarliste" bekommen ostdeutsche Freie durchschnittlich 30 Cent pro Zeile bezahlt (um Auflagenzahlen und Textsorten bereinigt). Im Vergleich dazu: Laut "Gemeinsamen Vergütungsregeln" sollen Freie für die günstigste Gattung (Nachricht, Bericht) bei der niedrigsten Auflage (10.000 Exemplare) zwischen 47 und 51 Cent pro Zeile bekommen – im Bestfall also bis zu zwei Drittel mehr als es die "Frankfurter Honorarliste" für den Osten berechnet hat. Traurige Tatsache ist, dass Freie auch in Westdeutschland vielerorts weniger verdienen, als sie seit Februar 2010 eigentlich sollten. Gerade hat zum Beispiel die Nordausgabe der taz ihr Zeilenhonorar von 34 Cent auf immerhin 45 Cent erhöht.
Die Studie ist leider nicht dazu geeignet Verbesserungen für die Journalisten in Ostdeutschland zu bewirken. Wenn in der Studie von branchenüblicher Bezahlung die Rede ist, heißt das soviel, als dass die dortigen Verlage mit ihrer Preispolitik fortfahren können und jeder das bezahlt, was er für richtig hält.

Veröffentlicht am 21.04.2011 um 11:02