Verleihung des DGPh-Forschungspreises und Symposium bei C/O Berlin

Die Sektion Geschichte und Archive der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) veranstaltet am 31. Januar 2020 bei C/O Berlin ein Symposium zum Thema „Abstraktion in der Fotografie der Gegenwart“. Anlass ist die feierliche Übergabe des DGPh-Forschungspreises Photographiegeschichte 2018 an Kathrin Schönegg (Kuratorin im C/O Berlin) für ihre Dissertation Fotografiegeschichte der Abstraktion, erschienen bei Walther König 2019. Kathrin Schönegg wird einen Vortrag halten mit dem Titel Neue Abstraktion? Das Fotografische im postdigitalen Zeitalter. Das anschließende Panel verbindet künstlerische und theoretische Reflexionen zur Frage photographischer Abstraktion: mit Beiträgen von Peter Geimer, Gottfried Jäger, Adrian Sauer und Stefanie Seufert, moderiert von Katja Müller-Helle. Mitlieder der DGPh haben die Möglichkeit, sich für freien Eintritt über die E-Mailadresse dgph@dgph.de anzumelden. Ab 15.00 Uhr findet im Amerika Haus, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin das Symposium „Abstraktion in der Photographie der Gegenwart“ statt. Die Geschichte der Abstraktion ist die längste Zeit ohne das Medium Photographie ausgekommen. Klassische Überblickskataloge zur Abstraktion des 20. Jahrhunderts verzichten auf photographische Beispiele, in der abstrakten Kunsttheorie wird Photographie ausgespart und auch einschlägige Lexika führen den Begriff „abstrakte Photographie“ nicht. Seit der Jahrtausendwende hat sich dies scheinbar geändert: Große Überblicks-ausstellungen wie Abstrakte Fotografie (Kunsthalle Bielefeld, 2000) oder Shape of Light. 100 Years of Photography and Abstract Art (Tate Modern, 2018) belegen, dass sich nun ein Diskurs über die Abstraktion gebildet hat, der ein langes Vorspiel in der Photographiegeschichte aufweist. Wie ist diese neue Aufmerksamkeit dem Thema gegenüber zu erklären? Ausgehend von der Gegenwartsphotographie geht das Symposium der Diskurs- und Bildgeschichte der Abstraktion in der Photographie nach. Es stellt die Frage, wie das Phänomen heute zu verstehen ist: Lässt sich mehr als 50 Jahre nach der Hochzeit des Modernismus überhaupt noch sinnvoll von Abstraktion sprechen? Welche Rolle spielen der Kunstmarkt und die Digitalisierung für die aktuelle Dominanz des Themas? Welche Verbindungslinien ergeben sich von der heutigen Fotokunst in die Geschichte, die mit ungewöhnlichen Perspektiven, Detailansichten, Unschärfen und Produktionsverfahren wie der kameralosen Bildherstellung seit jeher abstrakte Effekte hervorbrachte? Die Teilnehmer sind: Susanne Holschbach, Kunst- und Medienwissenschaftlerin, Berlin Peter Geimer, Professor für historische Bildwissenschaft und Kunstgeschichte, Freie Universität Berlin Gottfried Jäger, Künstler und Theoretiker, Bielefeld Adrian Sauer, Künstler, Leipzig Stefanie Seufert, Künstlerin, Berlin Katja Müller-Helle, Leiterin der Forschungsstelle Das Technische Bild, Humboldt-Universität zu Berlin Kathrin Schönegg, Kuratorin, C/O Berlin

Foto: Stefanie Seufert

Veröffentlicht am 17.01.2020 um 11:20