Ein Land voller Gegensätze

(Red.)  In Indien sind die Gegensätze von Stadt und Land enorm. Von den 1,3 Milliarden Einwohnern leben allein 400 Millionen in den ständig wachsenden Metropolen – eine große Herausforderung für die heimische Nahrungsmittelproduktion, in der die Hälfte der Landbevölkerung arbeitet. Der Fotograf Klaus Wohlmann hat das Leben in Kalkutta und die Arbeit in bäuerlichen Kleinbetrieben festgehalten. Seine Bilder zeigen eindrucksvoll die Bedeutung der Agrarwirtschaft als Bindeglied zwischen Stadt und Land. Die Ausstellung „Zwei Gesichter Indiens“ mit 56 Fotografien ist nach der Premiere im Frühjahr in Bonn vom 13. September bis 1. November 2018 in Bielefeld zu sehen. Produziert wurden die Exponate von Europas größtem Fotodienstleister CEWE.

Die Streetfotografie in Kalkutta, mit über 14 Millionen Einwohnern der drittgrößte Ballungsraum Indiens, transportiert eindrucksvoll das Alltagsleben mit dem im Straßenbild allgegenwärtigen Angebot zur Ernährung der Menschen. Dabei zeigen die Bilder keine verklärte Folklore. Sie bilden mit einer intensiven atmosphärischen Dichte den Zustand Kalkuttas ab, der beispielhaft für andere Metropolen Indiens steht: leben und überleben auf engstem Raum.

Im Kontrast dazu stehen die Aufnahmen bei Kleinbetrieben im Tomaten- und Kartoffelanbau in verschiedenen ländlichen Regionen – dem „Gemüsegarten“ Indiens. Sie zeigen vielschichtig, wie mit Unterstützung der Experten der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), etwa durch Mechanisierung, nachhaltigen Pflanzenschutz, ökologisches Saatgut und Kühlanlagen, der Bedarf an mehr Nahrungsmitteln durch bessere Ernten gedeckt wird. Auch hier steht weniger der romantisierende Blick auf eine friedliche Bauernkultur im Mittelpunkt. Vielmehr veranschaulichen die Bilder, wie existenziell innovatives Wirtschaften ist – für die Betreiber ebenso wie für die Bewohner der Städte.

Die Fotografien sind bei Reisen nach Kalkutta 2016 und 2017 sowie im Rahmen der „Grünen Innovationszentren in der Agrar- und Ernährungswirtschaft“ im Auftrag des Bundesministeriums fu?r wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) im Jahre 2016 entstanden. Die Bilder wurden für die Ausstellung von CEWE auf Alu Dibond matt auf 13 Exponate von 140 mal 105 Zentimeter und ein Exponat von 100 mal 100 Zentimeter hergestellt, die jeweils vier Fotos zeigen. Ergänzt wird die Galerie durch drei Texttafeln.

Über Klaus Wohlmann
Klaus Wohlmann ist seit 25 Jahren als Fotograf tätig. Seine große Leidenschaft ist das Reisen in ferne Länder und die Dokumentation von Projekten. Neben Aufenthalten in Indien hat er bereits in West- und Zentralafrika, Usbekistan und Kirgisien gearbeitet. Zudem gibt der 55-Jährige Workshops im In- und Ausland. Er lebt in der Nähe von Herford und in Köln.

foto-treffpunkt.de
Weststr. 102
33615 Bielefeld
13. September bis 1. November 2018
Vernissage: Donnerstag, 13.9.2018 um 19 Uhr
Öffnungszeiten: montags bis freitags von 9.30 bis 18.30 Uhr und samstags von 9 bis 14 Uhr

https://www.klauswohlmann.com/ausstellungen/zwei-gesichter-indiens/ foto-treffpunkt.de

"Zwei Gesichter Indiens" von Klaus Wohlmann; (c) Klaus Wohlmann

Veröffentlicht am 03.08.2018 um 17:17