Ein Land voller Gegensätze

(Red.) In Indien sind die Gegensätze von Stadt und Land enorm. Von den 1,3 Milliarden Einwohnern leben allein 400 Millionen in den ständig wachsenden Metropolen – eine große Herausforderung für die heimische Nahrungsmittelproduktion, in der die Hälfte der Landbevölkerung arbeitet. Der Fotograf Klaus Wohlmann hat das Leben in Kalkutta und die Arbeit in bäuerlichen Kleinbetrieben festgehalten. Seine Bilder zeigen eindrucksvoll die Bedeutung der Agrarwirtschaft als Bindeglied zwischen Stadt und Land. Die Ausstellung „Zwei Gesichter Indiens“ mit 56 Fotografien ist vom 17. Mai bis 22. Juni 2018 in den Räumlichkeiten der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Bonn zu sehen. Produziert wurden die Exponate von Europas größtem Fotodienstleister CEWE.

Die Streetfotografie im mit über 14 Millionen Einwohnern drittgrößten Ballungsraum Indiens transportiert eindrucksvoll das Alltagsleben mit dem im Straßenbild allgegenwärtigen Angebot zur Ernährung der Menschen. Dabei zeigen die Bilder keine verklärte Folklore. Sie bilden mit einer intensiven atmosphärischen Dichte den Zustand Kalkuttas ab, der beispielhaft für andere Metropolen Indiens steht: leben und überleben auf engstem Raum.

Im Kontrast dazu stehen die Aufnahmen bei Kleinbetrieben im Tomaten- und Kartoffelanbau in verschiedenen ländlichen Regionen – dem „Gemüsegarten“ Indiens. Sie zeigen vielschichtig, wie mit Unterstützung der Experten der GIZ etwa durch Mechanisierung, nachhaltigen Pflanzenschutz, ökologisches Saatgut und Kühlanlagen der Bedarf an mehr Nahrungsmitteln durch bessere Ernten gedeckt wird. Auch hier steht weniger der romantisierende Blick auf eine friedliche Bauernkultur im Mittelpunkt. Vielmehr veranschaulichen die Bilder, wie existenziell innovatives Wirtschaften ist – für die Betreiber ebenso wie für die Bewohner der Städte.

Die Fotografien sind bei Reisen nach Kalkutta 2016 und 2017 sowie im Rahmen eines Auftrags des GIZ-Projekts „Grüne Innovationszentren in der Agrar- und Ernährungswirtschaft“ im Jahre 2016 entstanden. Die Bilder wurden für die Ausstellung von CEWE auf Alu Dibond matt auf 13 Exponate von 140 mal 105 Zentimeter und ein Exponat von 100 mal 100 Zentimeter hergestellt, die jeweils vier Fotos zeigen. Ergänzt wird die Galerie durch drei Texttafeln.

Veröffentlicht am 12.05.2018 um 01:05