Les Lutteurs du Grand Jihad

(Red.) Vom 10. Januar bis zum 18. März präsentiert die Photobastei 2.0 in Zürich die Fotoausstellung „Les Lutteurs du Grand Jihad“, von Christian Bobst.

Anders als in der arabischen Welt beschreibt der Begriff „Jihad“ für die Senegalesen vor allem das Ringen der menschlichen Seele um den Weg zu Gott und um inneren Frieden. Der Sufi-Gelehrte Amadou Bamba (1850-1927) lehrte die Seneglesen, dass der „heilige Krieg“ nicht durch Waffengewalt, sondern durch Gebet, harte Arbeit sowie die Unterordnung unter einen spirituellen Führer geführt werden soll. Bamba war der Gründer der Sufi-Bruderschaft der Mouriden und eine Schlüsselfigur im friedlichen Widerstand gegen die französischen Kolonialherren. Er wird oft auch als der "muslimische Gandhi Afrikas“ bezeichnet. In Senegal gehören 95 Prozent der Muslime einer Sufi-Bruderschaft an, mehr als in jeder anderen muslimischen Bevölkerung der Welt. Die Mouriden sind die Einflussreichste unter den verschiedenen Sufi-Bruderschaften im westafrikanischen Land. Der senegalesische Musiker Youssou N' Dour, der mit dem Hit „Seven Seconds“ weltweite Berühmtheit erlangt hat, bezeichnete den Mouridismus in einem BBC-Interview als Gegenpol zum post-9/11 Stereotyp der Muslime. Die Lehre ihres Gründers Amadou Bamba verpflichtet die Mouriden zu Pazifismus, hartem Arbeiten und zum Teilen mit der Gesellschaft. Diese Doktrin hat Senegal zu einem der sichersten und stabilsten Länder auf dem afrikanischen Kontinent gemacht.

Christian Bobst fasst  in der Photobastei in Zürich auf über 60 Laufmetern drei Fotoreportagen zu einer Ausstellung über die Sufis in Senegal zusammen.

Die Ausstellung zeigt senegalesische Sufis bei verschiedenen Tätigkeiten, die alle in Zusammenhang mit der Ausübung des Jihads  stehen, wie er in Senegal verstanden wird.

Die Reportage „Les Lutteurs du Grand Jihad“, die auch der Ausstellung ihren Titel gibt, legt den Fokus auf verschiedene Akteure und heilige Stätten der Sufi-Bruderschaften.
„L´or Blanc Du Lac Rose“ folgt einer Gruppe von salzschürfenden Mouriden bei ihrer harten Arbeit in einem See in der Nähe von Dakar, mit welcher diese den Ausbau der grossen Moschee in Touba unterstützen.

Fotos aus der Reportage „Die Gris-Gris Wrestler von Senegal“ eröffnen den Blick auf die mystischen Rituale von senegalesischen Ringkämpfern, welche ebenfalls Anhänger der Sufi-Bruderschaften sind.

Die drei Reportagen ergeben zusammen ein Gesamtbild, das im Kontrast zu den gängigen Klischees über den Islam und Afrika steht.

Die Ausstellung dauert vom 18.01.2018 bis 18.02.2018. Am 18.02.2018 findet nachmittags ab 14h die Finissage statt. Mi bis Sa, 12 - 21 h, So 12 - 18 h 2. Stock, Sihlquai 125, 8005 Zürich, photobastei.ch Eintritt: 12/8 CHF

© Christian Bobst

Veröffentlicht am 11.01.2018 um 20:40