Feste, Events, Partys und ihre Darstellung aus mediengeschichtlicher Perspektive

(Red.) Höfische Festszenen im Barocktheater, Karnevalsdarstellungen im Film, Live-Übertragungen von Gottesdiensten im Fernsehen, Konzerte im Video-Blog und Facebook-Partys – zwischen festlichen Formaten und Medien gab es schon immer ein enges Wechselspiel. Der interdisziplinäre Sammelband Medien im Fest – Feste im Medium beschäftigt sich mit der medialen Darstellung von Festen und deren Rezeptionsgeschichte.

Damals wie heute ist unter einem Fest eine gesellschaftliche Veranstaltung zu verstehen. Die Außeralltäglichkeit, die ein Fest in der Vergangenheit unter anderem auszeichnete, schwindet heutzutage jedoch zusehends. Feste haben sich aus kulturhistorischer Perspektive so verändert, dass sich eine Pluralität an Festvarianten herausgebildet hat. Wenn sich aber die einst deutlichen Grenzen zwischen Fest und Alltag zunehmend auflösen, was waren und sind dann zentrale Elemente eines Fests?

Die Reflexion über den historischen Wandel der Festkultur erweist sich gleichzeitig auch als eine über die Geschichte der Medien. Gemälde, Bücher, Fotografien, Filme, Radiobeiträge, Fernsehmitschnitte und die sozialen Medien gaben und geben seit jeher Auskunft über die festlichen Rituale in einer Gesellschaft. Die Autoren der verschiedenen Beiträge verdeutlichen anhand von Beispielen zum einen die Rolle von Medien in den jeweiligen Wahrnehmungsanordnungen unmittelbar während des Festgeschehens. Zum anderen reflektieren sie über die mediale Prägung der späteren Rezeption der Feste.

Die Festforschung rückte in den vergangenen Jahren auf internationaler Ebene verstärkt in den Fokus der Geistes- und Sozialwissenschaften. Der Sammelband Medien im Fest – Feste im Medium, herausgegeben von Sandra Rühr und Eva Wattolik, entstammt einem mehrjährigen Forschungskontext des Interdisziplinären Medienwissenschaftlichen Zentrums (IMZ) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Mit Beiträgen aus den Bereichen Alte Geschichte, Christliche Publizistik, Germanistik, Kunstgeschichte, Theaterwissenschaft und Medienwissenschaft eröffnet er interdisziplinär und multiperspektivisch Anschlussmöglichkeiten für weitere Forschungen.

Sandra Rühr / Eva Wattolik (Hrsg.)
Medien im Fest – Feste im Medium
2017, 328 S., 26 Abb., Broschur,
ISBN (Print) 978-3-86962-215-6
ISBN (E-Book) 978-3-86962-216-3

Veröffentlicht am 19.05.2017 um 16:56