Europäischer Architekturfotografiepeis 2017

(Red.) Der laif-Fotograf Matthias Jung gewinnt mit seiner Arbeit Revier den zweiten Platz beim Europäischen Architekturfotografiepreis 2017.
Aus der Begründung der Jury:
"Eine Atmosphäre des Verbrechens liegt über diesen Nachtbildern. Für die Aufnahmen dieser mit Brettern vernagelten Fassaden hat Matthias Jung lediglich die vorhandene Straßenbeleuchtung genutzt. Sie wirken dadurch wie surreale Bühnen einer dramatischen Inszenierung. Es sind tote Orte. Die Backsteingebäude und ganze Ortschaften liegen innerhalb der abgesteckten Grenzen der langfristigen Standortverlegungspläne des Energiekonzerns RWE. “Revier”, der Titel des Fotoprojekts bezieht sich als Begriff auf die Grenzen dieser besiedelten Landschaften zwischen den Tagebauen von “Hambach” und “Garzweiler” in Nordrhein-Westfalen. Vor Jahrzehnten wurden diese Areale für den Braunkohleabbau freigegeben. Die hier über viele Generationen lebenden Menschen waren sich immer bewusst, dass ihre innerhalb dieser Grenzen gelegenen Häuser und Gemeinden eines Tages verschwinden würden. Die Jury hat die Art und Weise sehr beeindruckt wie Jung dieses Thema fotografisch umgesetzt hat: Eine geheimnisvolle Geisterstadt, die die Komplexität des Daseins und den Einfluss des Menschen auf seine Umwelt veranschaulicht."

Einen herzlichen Glückwunsch vom Team der VISUELL.

Bild: Matthias Jung / laif

Veröffentlicht am 20.04.2017 um 09:55